Gegenwartsroman „IOSUA – Ein Leben im Schatten“

IOSUA Cover

Joshua ist ein Krimineller mit Migrationshintergrund. Jedenfalls ist das der Stempel, der ihm aufgedrückt wird. Er selbst hat sich nichts davon ausgesucht. In Berlin geboren und aufgewachsen, versucht er seinen Namen Iosua ebenso wie seine rumänische Herkunft zu verdrängen. Aber sein Vater ist der brutale Kopf einer Diebesbande und Joshua steckt tief in einem Strudel von Unterdrückung und Gewalt. Als Taschendieb trifft er auf Isabelle. Wie ein Hoffnungsschein dringt sie in seine Welt voller Dunkelheit. Er kann ihrer Anziehung nicht widerstehen und erfährt zum ersten Mal Momente des Glücks. Doch sein Doppelleben ist gefährlich und ein erbitterter Kampf für seine Freiheit beginnt.

Ausgezeichnet mit dem Innocent Award „Buch des Jahres 2021“

#drama #dieb #einbruch #häuslichegewalt #migrationshintergrund #bandenkriminalität #vorurteile #korruption #freiheit #glücksmoment #liebe 

Gegenwartsliteratur, 202 Seiten

ISBN (Taschenbuch)  ‎ 978-3 7541 0418 7 
ISBN (eBook)  978-3 7521 4071 2  
ISBN (Hörbuch)  978-8 7283 9794 7 

Überall wo es (Hör)Bücher gibt


Er wusste, dass sie hören wollte, alles würde gut werden, aber er konnte sie nicht belügen.
Ein Mensch war kein Besitz.
Langsam fuhren sie mit den Fingerspitzen über seine hohen Wangenknochen.
Seine Küsse waren voller Leidenschaft, aber mehr Nähe ließ er nicht zu.

IOSUA im Podcast meineLesung

In der Folge 129 des Podcast meineLesung gibt es eine Leseprobe zum Reinhören und ein eingeflochtenes Interview zu meinem Gegenwartsroman „IOSUA – Ein Leben im Schatten“

Schaut euch hier das YouTube Video zur Folge an oder ladet euch die Podcastfolge bei dem Anbieter eures Vertrauens herunter und hört gleich rein!  


Rezension  – ToGo Stadtmagazin Berlin

Mit „Iosua“ betritt sie gleich mit dem ersten Buch, ein gefährliches Pflaster und lässt Charaktere entstehen, die so sicher existent sind, deren Umfeld aber schwer zu ergründen ist. Doch da hat Annemarie Bruhns die Arbeit richtig gemacht, denn sie verzichtet auf Schuldzuweisungen und Erklärungen anhand von historischen Geschehnissen und aktenkundigen Behördenkommentaren. Annemarie will erzählen und sie will mit einem spannenden Roman zum Nachdenken anregen, ohne den Zeigefinger zu erheben. 

So leise kann Widerstand sein und so laut doch wieder der Abgang, denn leichte Kost ist dieses Debüt auf keinen Fall. Wer der Geschichte von Joshua und Isabelle folgt, der muss schon hart im Nehmen sein. 

Joshua ist ein Krimineller mit Migrationshintergrund. Jedenfalls ist das der Stempel, der ihm aufgedrückt wird. Er selbst hat sich nichts davon ausgesucht. In Berlin geboren und aufgewachsen, versucht er seinen Namen Iosua ebenso wie seine rumänische Herkunft zu verdrängen. Aber sein Vater ist der brutale Kopf einer Diebesbande und Joshua steckt tief in einem Strudel von Unterdrückung und Gewalt. Als Taschendieb trifft er auf Isabelle. Wie ein Hoffnungsschein dringt sie in seine Welt voller Dunkelheit. Dunkelheit aus der es kein Entrinnen gibt und so macht sich eine Atmosphäre breit, die einen bis in die Nacht verfolgt. 

So brutal Annemarie auch schreibt, so einzigartig ist ihre Art zu erzählen und aufzurütteln. Ein Debüt zu dem man nur gratulieren kann.

Rezension aus dem ToGo Stadtmagazin Berlin

LeserInnenstimmen 

Nach „Zwischen Scherben“ dachte ich, es kann kaum eine Steigerung geben. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Ein Buch das schockiert und einen aufrüttelt, auch einmal hinter manche Fassade zuschauen. Wenn ich könnte würde ich ****** Sterne vergeben.
(Karina, Amazon)

Ein wirklich bemerkenswertes, gelungenes und sozialkritisches Roman-Debüt.  Schnörkel- und oft schonungslos erzählt.
(Rezension von Seehases Lesewelt)

Mit „Iosua“ ist Annemarie Bruhns ein beeindruckendes und fabelhaftes Erstlingswerk gelungen. Sie hat mich mit ihrer tragischen, sozialkritischen Geschichte emotional berührt und sehr bewegt.
(Rezension von Gilas Bücherwelt)
 

spannend und gefühlvoll mit Einblick in die brutale Welt organisierter Bandenkriminalität

(Irisblatt, Rezension auf Lovelybooks )


Blick ins Buch

Ein Herbstspaziergang, der alles verändert 

Stumm gingen sie durch den stillen Abend. Die ersten von den Buchen gefallenen Blätter bildeten einen rötlich schimmernden, feuchten Teppich, der ihre Schritte dämpfte. Der Lärm der Großstadt erreichte sie hier nicht. Gemeinsam waren sie in ihrer eigenen kleinen Welt unter­wegs, als Joshua plötzlich von einer unerklärlichen Angst ergriffen wurde. Er spürte eine Präsenz, die nicht hierher gehörte. Die nur hier war, um zu zerstören, was er gerade hatte. Es war zu spät, die Flucht zu ergreifen, er würde es nicht schaffen, Isabelle in Sicherheit zu bringen.

Gefangen in kriminellen Machenschaften 

Joshuas Talente hatten ihm den Spitznamen Ghost eingebracht. Er konnte ungesehen wie ein Geist operieren und wie von Zauberhand scheinbar durch Wände gehen. Joshua fand den Namen passend. Er fühlte sich die meiste Zeit ruhelos und bereits innerlich tot. Er wünschte sich nur, dass er auch für Malik und seine gesamte Organisation unsichtbar wäre. 

Kampf für ein selbstbestimmtes Leben 

Joshua drückte auch die zweite Zigarette im Aschenbecher aus und sah Isabelle an. Er fürchtete sich vor dem Ausdruck in ihren Augen. Er erwartete Abscheu oder Mitleid, und beides würde er nicht ertragen können. Er hatte bei ihr jemand anderer sein können, jemand, den er selbst gerade erst entdeckte, und er hätte gern mehr Zeit gehabt. Er wäre gern geblieben, aber es war nicht möglich, der Realität auf Dauer zu entfliehen. Sie musste ihn irgendwann einholen. 

Für Momente des Glücks 

Immer wieder traf ein feiner Sprühnebel von der Bugwelle sein Gesicht, wenn das Motorboot besonders stark in die Wellen stieß. Seine Jacke war nicht ganz für das Wetter geeignet. Aber was machte das schon, wo er doch die raue Meeresbrise spüren konnte. Er fühlte sich lebendig und das erste Mal in seinem Leben so frei, als hätte er die Ketten gesprengt, die sonst unsichtbar seinen Brustkorb zusammendrückten. Tief atmete er ein und füllte seine Lungen mit der würzigen Seeluft, um die gewonnene Weite zu spüren. Genussvoll schloss er die Augen und griff mit allen seinen Sinnen nach den neuen Eindrücken. Er war sich jetzt schon bewusst, dass die Rückkehr in die Stadt schwerer auf ihm lasten würde, als er sich vorstellen konnte. Er ahnte qualvoll, wie groß sein Verzicht bis heute gewesen war, und versuchte diese Erkenntnis zu verbannen. Er würde den Augenblick genießen, ohne an das Erwachen zu denken.